Kritik in der "Tibia"

Photo by André Hinderlich  
 
                         

Sehr gefreut habe ich mich über die Kritik in der "Tibia" (1/2014) von Bart Spanhove, der vom Moeck/SRP Wettbewerb in London berichtet:
"Am Freitag, dem 8. November, versammelten sich begeisterte Blockflötisten und leidenschaftliche Musikliebhaber beim Royal Greenwich International Early Music Festival", um dort einen großartigen Blockflötenwettbewerb mitzuerleben. [....]
Die Jury bestand diesmal aus dem Vorsitzenden David Bellugi (USA/Italien), sowie Rachel Brown und Charles Matthews (beide aus Großbritannien). Bei der Bekanntgabe der Ergebnisse lobte Bellugi die drei Finalisten in den höchsten Tönen. Jeden einzelnen fand er herausragend und hätte jedem von ihnen gern den Ersten Preis gegeben. Die Jury habe es nicht einfach gefunden, ihre subjektiven Meinungen zu objektivieren, denn schließlich gäbe es ja keine Antwort auf die Frage, was die richtige Art und Weise ist, Musik zu hören.[...] Ich hatte den Eindruck, dass sich das Publikum durchweg in der letztendlichen Platzierung der Kandidaten wiederfinden konnte. Es war auf jeden Fall ein großartiger Nachmittag voller Meisterschaft, Kreativität und Bühnenpräsenz. [...]

Und last but not least konnten wir Anne-Suse Enßle (mit ihrem Cembalisten Robert Selinger) bewundern - für den Autor des Artikels zu Recht die Gewinnerin des diesjährigen Londoner Wettbewerbs. Ihr Auftritt war ein einziges großes Plädoyer für die (unbekannten) Möglichkeiten der Blockflöte. Beim Pflichtstück, einer Telemann-Phantasie, war sie die einzige Kandidatin, die den Titel des Werkes wörtlich nahm und selbst viel Kreativität und Einfallsreichtum an den Tag legte. Ihre Auswahl von Werken ließ einen klaren Gedanken erkennen: keine Aneinanderreihung schöner Stücke, sondern ein durchdachtes Konzept mit dem Titel Fascination of Symmetry. Besonders beeindruckt war ich von Seascape (1994), einem sehr einnehmendem und zugänglichen Werk von Fausto Romitelli für (Paetzold-) Großbassblockflöte und Elektronik. Die Struktur dieses Werkes widerspiegelte sich in ihrem gesamten Programm: ein Spiel mit Reminiszenzen und eine Faszination für Symmetrie. Im Zentrum des Programmes stand Qui (2010) von Giorgio Netti. Eine Minute lang peinigte sie die Zuhörer mit den höchsten Tönen einer Sopraninoblockflöte, ein skrupelloser und ungenierter Schrei, der bis an die Schmerzgrenze ging. Schön? Nein. Musik? Ja. Gesti (1966) von Berio war der Auftakt ihres Programmes, genial und wortwörtlich spielend vorgetragen: wie sie ihre Stimme benutzte, war an sich schon ein Konzert wert. Anne-Suse Enßle hat eine phänomenale Technik, bezaubert mit tausenderlei Klängen und bringt energische Interpretationen mit wunderbarer Mühelosigkeit. Eine große Persönlichkeit, die unter lautem Applaus den Hauptpreis aus der Hand von Jan Haase von der Firma Moeck entgegennahm. Bravissimo!"

Der gesamte Artikel ist nachzulesen in "Tibia. Magazin für Holzbläser" (1/2014)